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L.Kuntz

Testwoche 4: Fazit

Spannend und emotionsgeladen!

Der Liebesroman "Nur einen Herzschlag entfernt" von der amerikanischen Autorin Renée Carlino ist ein Must-Read für alle die auf gefühlvolle Geschichten rund um die erste große Liebe stehen.
Das Buch umfasst 317 Seiten und es bleibt bis zum Schluss spannend.

Emiline ist Unidozentin und entdeckt durch Zufall den Debutroman des mysteriösen Autors J. Colby, der zur literarischen Sensation des Jahres wurde. Mit Erschrecken stellt sie fest, dass es sich bei dem Roman, um ihre eigene tragische Kindheit handelt. Sie zieht den Schluss, dass es sich bei dem Autor nur um ihren einst besten Freund und erste große Liebe Jason handeln konnte. Die ganzen Erinnerungen, die sie verdrängt hatte kommen wieder hoch - ebenso wie die Gefühle für Jase. Doch diesen hatte sie seit ihrer schmerzlichen Trennung vor vielen Jahren nie wieder gesehen. Bald muss sie sich entscheiden, ob sie bereit dazu ist, die Reise zurück in die Vergangenheit anzutreten und den Kontakt zu Jason - den mittlerweile berühmten Autor und Frauenschwarm - wieder herzustellen.

Das Design des Buchs ist sehr ansprechend und der Klappentext macht Lust auf mehr. Die Farben sind stimmig und laden zum Träumen ein. Das ist gut gelungen und passend zum Thema.

Wirklich gut hat mir die Buchidee an sich und die Methodik des Erzählens gefallen. Es wechselt immer zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Stück für Stück lernten wir die junge Emiline und den jungen Jason kennen und lieben. Der ältere Jason wirkte im Gegensatz dazu leider etwas abgehoben.

Es gibt ein wenig Punkteabzug beim Schreibstil und der Verständlichkeit der Sprache. Auf den ca. 300 Seiten sind mir mehrere Rechtschreibfehler und vergessene Buchstaben aufgefallen. Schachtelsätze und Aufzählungen die zu häufig durch mehrere "und" verbunden wurden, störten mich ebenfalls im Lesefluss.

Auch auf die Glaubwürdigkeit hätte - nach meinem Geschmack - an mehreren Stellen besser geachtet werden können. Die 7 Jahre, die Emiline schon mit Trevor zusammen war und nie ein Wort oder ein Anzeichen ihrer prägenden Vergangenheit geäußert haben soll, nehme ich nicht so richtig ab. Ebenso ihr zwar vorhandener aber nie ausgeübter Beruf als Unidozentin. Ich möchte keine konkrete Vorlesung lesen, aber dass sie mal aus einer Vorlesung kommt, mit Studenten interagiert, etwas vorbereitet, etc. Irgendein Detail, dass es für mich hätte glaubwürdiger erscheinen lassen, jedenfalls irgendwas anderes außer Stunden abzusagen oder an die beste Freundin zu geben. Da hätte ich mir etwas mehr Input gewünscht. Ansonsten war die Handlung schlüssig und logisch.

Die Spannung war immer allgegenwärtig und man wollte wissen wie es weitergeht. Nur selten habe ich ein Buch in so kurzer Zeit verschlungen. Die Emotionen die die Autoren erzeugt hat, haben einen gefangen und nicht mehr losgelassen. Man fühlte sich erinnert an seine eigene erste Liebe. Letztendlich sind die gut ausgearbeiteten Emotionen der Grund für die noch gute Bewertung. Emilines Gefühlschaos war sehr nachvollziehbar. Zum Schluss hin, hat sie ein paar Lebensweisheiten resümiert. Das hat mir gefallen und einen Mehrwert geboten.

Ich hätte mir etwas mehr Tiefe in den Charakteren gewünscht. Sie waren häufig oberflächlich, gerade die Nebencharaktere wie Trevor oder die Tante. Aber auch die Gründe für die unerschütterliche Liebe zwischen Emiline und Jason hätte etwas mehr ausgearbeitet werden können. Eine tragische, gemeinsame Kindheit reicht mir da persönlich nicht ganz. Es fehlten Persönlichkeitsmerkmale. Früher und Jahre danach.

Der Epilog hätte gestrichen werden können. Die knappe EINE Buchseite hat mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet und ohne diese wäre das Ende aus meiner Sicht schöner gewesen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Buch von der Idee besser ist als von der Umsetzung. Die Stärke liegt eindeutig in der Spannung und den Emotionen, die es weckt. Die Methode des Erzählens sowie der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit ist flüssig und angenehm zu lesen. Zu kritisieren ist die Oberflächlichkeit und Glaubwürdigkeit. Hier stellt sich allerdings die Frage ob nicht einfach nur zu viel der Geschichte gekürzt worden ist. Trotzdem lohnt es sich für jeden der gern Liebesgeschichten liest und nicht alles hinterfragt. :)