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Emiline

Der Name war zu Beginn genauso ein wenig befremdlich für mich, wie sie als Person. Es hat ein wenig gedauert, bis wir beide eine Verbindung zueinander aufbauen konnten oder eher gesagt ich zu ihr. Nach ca 1/3 des Buches war es allerdings soweit.

Genauso wie wir "zwei" Emilies kennen kennen lernen, genauso gibt es für mich quasi zwei Verbindungen zu ihr. Eine zu ihrem heutigen "ich" und eine zu ihrem "damaligen" Jungen "ich". Die zweite Verbindung war für mich auch viel schneller aufgebaut, da sie einfach so echt und lebensfroh wirkte. Wie ein Kind / ein junger Mensch in der Regel oftmals ist - frei, unbedarft. Wie eine weiße Leinwand, die bemalt werden möchte. Was ja auch Emiline passiert und sie zu dem Menschen macht, der sie heute ist. Ein Mensch mit Narben, Erfahrungen und Erinnerungen. Eine Frau, die für mich immer ein wenig, wie in Ketten gelegt wirkte. Nicht ganz selbstbestimmt und auch nicht ganz "da". Sie wirkt sehr beeinflussbar und nicht, wie wenn sie wirklich die Person wäre, die sie sein will. Je mehr man über die Vergangenheit und die Hintergründe erfährt, desto eher versteht man, wie sie zu dieser Person wurde.

Besonders ein "Dorn im Auge" war mir, dass sie nicht mal tut worauf sie Lust hat, sondern immer das was man von ihr erwartet. Auch in ihrer Beziehung hätte ich mir mal "mehr" Feuer gewünscht. Einen Streit mehr. Zumindest hoffe ich, dass sie das Feuer in sich entdeckt, denn die Protagonistin hat definitiv viel Potential, aber es sind auch noch einige Seiten zu lesen.

"Das Buch im Buch" ist für mich eine perfekte Inszenierung und ein geschickter Schachzug der Autorin, denn damit baut sie a) ein riesengroße Spannung auf und b) nimmt sie den Leser mit in eine "zweite" Geschichte. Ich finde die Übergänge perfekt gemacht und so konnten mich beide, parallel laufenden und doch miteinander verbundenen Geschichtsstränge bisher wirklich begeistern.

Seitdem ich mich auch mit der Emiline der "heutigen Zeit" angefreundet habe, ist mein Lesespaß noch mehr angestiegen. Ich liebe ihre Entwicklung, denn je tiefer wir in das Geschehen des zweiten Strangs einsteigen, desto mehr hat man das Gefühl, dass auch Emiline sich den "Spiegel vors Gesicht hält". Sie macht Dinge, die sie sich vor kurzem noch nicht getaut hätte und das imponiert mir sehr. Ich bin gespannt, was sonst noch passieren wird und ob uns die Autorin weiterhin überrascht.