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Christiane.H.

schöne Sommerlektüre

Ich habe das Buch Zeiten des Sturms, den dritten Band der Trilogie (Sommer der Wahrheit / Straße nach Nirgendwo) um Sheridan Grant, kostenlos vom #ullsteinverlag und #mytestneuhaus zum Testlesen erhalten. Ich bin bemüht, eine objektive Beschreibung meines persönlichen Eindrucks abzugeben.
Von Nele Neuhaus kannte ich bisher nur die Taunus-Krimis. Diese gefallen mir sehr.
Bei „Zeiten des Sturms“, dem dritten Band um Sheridan Grant, handelt es sich um ein anderes Sujet, eine Mischung aus Coming-of-Age-Roman und „Roadmovie“. Die ersten beiden Bände der Trilogie habe ich nicht gelesen. Das ist für das Verständnis dieses Buches aber nicht unbedingt notwendig, da auf den ersten 176 Seiten quasi eine Zusammenfassung der Ereignisse aus den ersten beiden Bänden gegeben wird.
Sheridan ist zu Beginn dieses Buches eine arbeits- und mittellose Einundzwanzigjährige, die kurz vor der Hochzeit mit einem sechzehn Jahre älteren Chirurgen steht. Hierzu kommt es jedoch nicht, weil Sheridans bewegte Vergangenheit sie unverhofft einholt.
Mir kamen die ersten 176 Seiten wie die Inhaltsangabe einer Seifenoper vor, die beim Lesen in meinem Kopf ablief. Wer mit wem verwandt ist, wer wen adoptiert/vergewaltigt/ermordet hat, dazu noch der Amoklauf eines Bruders und die Adoptivmutter in der Todeszelle. Hätte ich das Buch nicht testlesen sollen, wäre ich vermutlich gar nicht so weit gekommen. Ab Seite 177 und Sheridans Besuch im Hochsicherheitstrakt eines Bundesgefängnisses war ich dann aber im Buch angekommen. Ab diesem Punkt brachte mir das Lesen Spaß und ich war ganz gespannt, wie sich Sheridans Schicksal mit der Parallelhandlung um Marcus, den sechzigjährigen Präsidenten eines Musikkonzerns, verknüpfen wird.
Ich hatte beim Lesen nie das Gefühl, dass Sheridan erst 21 Jahre alt ist, war sie vom Schicksal doch so arg gebeutelt worden, dass es für mehrere Leben gereicht hätte. Marcus beschreibt sie als „Musterbeispiel für Resilenz“, die nicht gelernt hatte, „Probleme zu lösen, sondern nur, mit ihnen umzugehen.“ Sheridan ist somit, wie in einem „Roadmovie“, ständig unterwegs, von der US-amerikanischen Ostküste über die Willow Creek Farm in Nebraska, Kansas City, Los Angeles… Im Laufe dieses Buches muss Sheridan jedoch lernen, dass „die Zeit des Flüchtens“ ein für alle Mal vorbei ist. Erst als sie nach Hause zurückkehrt und ein großes, grauenhaftes Geheimnis aus ihrer Vergangenheit, als sie ein sechzehnjähriger Teenager war, aufgedeckt wird, können die seelischen Wunden heilen und Sheridan erwachsen werden.

Für mein Empfinden passiert „zu viel“ in diesem Buch und die reichlich vorhandenen Nebensächlichkeiten lenken von den von mir für wichtig empfundenen Themen ab.
Für Fans der Reihe und von Sheridan ist das Buch bestimmt sehr lesenswert, werden doch etliche offene Handlungsstränge aus den vorherigen Bänden beendet. Für diese Fans gebe ich dem Buch vier Sterne. Ich werde mich auf den nächsten Taunus-Krimi freuen.