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Annka35

Jung, pragmatisch und sehr aufgeräumt

So würde ich Sheridan Grant bezeichnen. Im Buch wird sie als Anfang 20 beschrieben und hat für ihre jungen Jahre wirklich viel erlebt. Die ersten beiden Bände sind mir fremd, daher staune ich jede weitere Seite was Sheridan in ihren vergangenen 4 Jahren alles erlebt hat. Auf den ersten Seiten gibt die Autorin oft nur Andeutungen über die Vergangenheit, die (da bin ich mir sicher) in Teil 1+2 geschildert wird. Für mich als Neuhaus-Erstleserin ist das zum Teil etwas verwirrend, aber auch ungemein spannend. Auf jeder weiteren Seite erhoffe ich mehr über dieses mysteriöse Mädchen zu erfahren. Sheridan ist allerdings nicht nur jung, sonder auch erstaunlich reflektiert. Sie scheint sich zwar von einer Katastrophe in die nächste zu manövrieren, allerdings habe ich den Eindruck, dass sie sich relativ schnell erholt. Zum Beispiel ist ein paarmal die Rede von Horatio. Sie bezeichnet ihn als ihre große Liebe und kann es kaum erwarten ihn wieder zu sehen. Sie setzt all ihre Hoffnung auf das Wiedersehen und erwartet ein Happy End. Erst nachdem sie in ihr zuhause zurück kehrt, erfährt der Leser (der die ersten Teile nicht gelesen hat), dass Horatio eigentlich verheiratet ist und mit seiner Familie weg gezogen ist. In ein paar Sätzen beschreibt die Autorin den Frust von Sheridan, doch ziemlich schnell scheint sie über ihn hinweg und denkt pragmatisch und sehr reflektiert über diese Äffäre und ihre falschen Hoffnungen nach. Vielleicht wird ihr Leid aber auch so wenig beschrieben, dass dieser Eindruck fälschlicherweise entsteht. Ich mag zwar diesen pragmatisch, reflektierten Charakterzug, allerdings würde ich ihn nicht bei einer Anfang 20-jährigen erwarten. So wie Sheridan beschrieben wird ist sie in meinem Kopf knapp 10 Jahre älter. Ansonsten ist Sheridan eine sehr sympathische und mysteriöse Figur. Mysteriös, da ich die anderen Bände nicht gelesen habe und erst jetzt nach und nach ihre Vergangenheit zum Vorschein kommt. Bei allem Pech, dass Sheridan bisher hatte, halte ich tatsächlich bei kritischen Passagen (bei denen ich eine Gefahr für Sheridan wittere) die Luft an und hoffe inständig auf ein baldiges Happy End. Allerdings sind noch 300 Seiten zu lesen und ich fürchte ich muss weiter um Sheridans Wohlergehen bangen.